• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7

Charis Hoffmann vom 1. SV Gera auf der Jagd nach der Norm

Leichtathletik: Ganz abgeschlossen ist das Wettkampfjahr noch nicht. Dennoch hat Nachwuchs-Leichtathletin eine erste Bilanz gezogen. Die 15-Jährige hatte im Juli bei den Deutschen Meisterschaften im Block-Mehrkampf Wurf in Aachen Platz 14 belegt.   
 
Die 15-jährige Charis Hoffmann vom 1. SV Gera war Ende April im Weitsprung mit guten 4,82 m in die Saison gestartet. Foto: Jens Lohse
Die 15-jährige Charis Hoffmann vom 1. SV Gera war Ende April im Weitsprung mit guten 4,82 m in die Saison gestartet. Foto: Jens Lohse
Gera. "Mein Ziel war es, unter den ersten 15 einzukommen. Dass das mit persönlicher Bestleistung geklappt hat, ist umso schöner", meint die Zehntklässlerin vom Geraer Liebegymnasium. 2535 Punkte kamen in den fünf Disziplinen zusammen. Nur 40 Zähler mehr hätten zu einer Platzierung unter den ersten zehn gereicht. Die 100 m Hürden beschloss der Schützling von Gisela Christmann in 13,37 Sekunden. Mit 4,88 Meter gelang im Weitsprung sowie auch über 100 m in 13,82 s eine persönliche Saisonbestleistung. Auch die Ergebnisse im Kugelstoßen (11,01 m) und Diskuswerfen (28,98 m) lagen im Rahmen der Erwartungen.

 

 
 

Geraer Leichtathleten müssen improvisieren

"Besonders das Ergebnis im Weitsprung hat mich gefreut. Ich hatte davor ein tiefes Leistungstal zu durchschreiten", sagt Charis Hoffmann. Trainerin Gisela Christmann lobt: "Sie kann sich im Wettkampf immer wieder steigern. Das ist ihre Stärke. Allerdings bringt sie mich im Training mit ihrer Unaufmerksamkeit manchmal zur Verzweiflung. Da hat sie noch Reserven, könnte sonst in ihren Leistungen noch viel konstanter sein."So gut wie im Vorjahr war es in Aachen freilich nicht gelaufen. In Lübeck hatte die Geraerin 2015 sogar Platz sechs bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften im Block Wurf belegt und dabei auch die D-Kader-Norm des Thüringer Leichtathletik-Verbands geknackt. Eine D-Kader-Norm hat sich der Christmann-Schützling auch noch in diesem Jahr vorgenommen. "Im Hochsprung fehlen mir nur noch fünf Zentimeter. 1,65 m muss ich schaffen. Einige kleinere Wettkämpfe gibt es noch", so die 15-Jährige, die am letzten Wochenende inGroßolbersdorf im Erzgebirge beim dortigen Springer- und Werfertag allerdings nur 1,55 m übersprang. Ihren besten Hochsprung-Wettkampf des Jahres hatte Charis Hoffmann Ende Juni bei den Mitteldeutschen Meisterschaften in Dessau hingelegt. Nachdem sie über 80 m Hürden in 12,94 s den Endlauf verpasst hatte, bedeuteten 1,60 m im Hochsprung die nicht für möglich gehaltene Silbermedaille. Nur die Mühlhäuserin Emily Neumann sprang noch drei Zentimeter höher. Ihre Vielseitigkeit stellte die hoch aufgeschossene Leichtathletin auch in Dessau unter Beweis, als sie im Kugelstoßen die 3 kg-Kugel auf 11,77 m wuchtete und zu Silber noch Bronze holte. Damit hatte sie den schwächeren Auftritt bei den Landesmeisterschaften zwei Wochen zuvor in Gotha vergessen gemacht, als es für sie als Kugelstoß-Zweite für 11,75 m nur eine Medaille gab.

 

Erfolgreich ins Wettkampfjahr gestartet war sie schon Ende April beim Schüler-Sportfest im Gera. Da hatte sie ihre besten Ergebnissen im Weitsprung (4,82 m), Kugelstoßen (11,32 m) und Diskuswerfen (29,00 m) erzielt und schon zu einem sehr frühen Saisonzeitpunkt die Norm für die Deutschen Meisterschaften im Block-Mehrkampf geknackt. Natürlich hat die Geraerin Olympia am Fernseher verfolgt. "Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen und Diskuswerfen haben mich am meisten interessiert. Und der Hindernislauf natürlich. Es ist sehr interessant anzusehen, wie die Läufer den Wassergraben meistern", erzählt sie. Schon mit sieben Jahren hatte sie zur Leichtathletik gefunden. "In der ersten Klasse habe ich begonnen. Ingo Kuschicke war mein erster Übungsleiter", erinnert sie sich. Der Leichtathletik in Gera bleibt sie die nächsten drei Jahre auf jeden Fall noch treu. "Ein Wechsel aufs Sportgymnasium kommt für mich nicht in Frage. Hier sind meine Freunde. Hier habe ich viel Spaß", so die 15-Jährige. Derzeit können die Leichtathleten im Training allerdings nur improvisieren. Die Tartanbahn im Stadion der Freundschaft wird erneuert. So muss die Trainingsgruppe in den Hofwiesenpark ausweichen. Mitte September soll der neue Belag fertig sein. Dann ist allerdings auch das Leichtathletik-Jahr so gut wie gelaufen.

 

Jens Lohse 23.08.16 OTZ